Montag, 27. Juni 2016

Rezension: Süße Hölle & Heißkalte Glut von Linda Howard


gelesen und rezensiert von Tii










Taschenbuch: 832 Seiten
Verlag: Blanvalet (9. Juli 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442367522
ISBN-13: 978-3442367528
Originaltitel: Dream Man / After the Night



Klappentext:

Süße Hölle: Die junge Marlie Keen verfügt über eine seltene parapsychologische Gabe. Als sie die Gedanken eines Killers empfängt, sucht sie Hilfe bei dem attraktiven Detective Dane Hollister...

Heißkalte Glut: Faith Devlin sehnte sich schon immer nach Gray Rouillard, der sich jedoch einst geschworen hatte, die Devlins zu ruinieren. Doch nun ist Faith zurückgekehrt in ihre Heimat. Und plötzlich kann Gray nur noch an sie denken...


Beurteilung:

Süße Hölle (Dream Man)
Marlie Keen ist 28 Jahre, Buchhalterin bei einer Bank und lebt ein eher ruhiges und beschauliches Leben. Doch was keiner ahnt und weiß ist, dass sie übersinnlich begabt und die Gedanken und Gefühle anderer "lesen" kann. Allerdings scheint sie diese nach einem traumatischen Erlebnis verloren zu haben, worüber sie heilfroh war. Und doch kommen nun plötzlich diese Talente zurück...und sie steckt plötzlich in dem Geist eines Serienmörders, der sich einen Spaß daraus zu machen scheint Frauen brutalst zu ermorden...an einem Ort, wo sie sich besonders sicher glaubten. In ihrem Zuhause. Man erlebt die Taten nicht live mit, sondern viel mehr nur die Gedanken und Gefühle des Täters und "sieht" nur das Ergebnis.

Typisch wie es sich für Linda Howard gehört, bahnt sich auch eine romantische Beziehung zwischen dem Ermittler Dane Hollister und Marlie an. Diese mag sich zwar in kritischen Augen recht schnell und rasant entwickeln, aber wer will schon päpstlicher sein als der Papst?

Doch trotzdem ist Süße Hölle seit langem einer der spannendsten Lady-Thriller, die ich von ihr gelesen habe.

Achtung. Man muss bei der Lektüre beachten, dass das Original Mitte der 90er erschien und somit all die technische Errungenschaften, die es heute an jeder Ecke gibt, noch nicht gab. Kein Handy, kein PC, kein Internet und keine Email.

Ich gebe diesem Teil 4,5 von 5 Sternen.

PS: Die ganze Geschichte und speziell das Ende glänzen mit humorvollen Situationen und Dialogen.

***

Heißkalte Glut (After the Night)
Dieses Mal nimmt uns Linda Howard mit auf eine kleine Zeitreise. Denn um die Geschichte richtig erzählen zu können muss man ihren Anfang kennen, der seinen Lauf Ende der 70er / Anfang der 80er Jahre hat und seinen späteren Höhepunkt Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre findet.

Wir reisen in den Süden der USA. In einen kleinen Ort, wo jeder jeden kennt, Klatsch und Tratsch zur Tagesordnung gehören und speziell 2 Familien im Fokus des allgemeinen Interesses stehen. Dabei könnten besagte Familien wohl kaum unterschiedlicher sein.

Auf der einen Seite haben wir die Rouillards. Eine wohlhabende sehr angesehene Familie. Alter Geldadel. Quasi die Royals der Stadt. Auf der anderen Seite die Devlins. Die eher auf der gegenseitigen Gesellschaftsschicht rangieren. Vater und die älteren Brüder trinken, spielen und klauen, die älteste Tochter ahmt der Mutter in ihren wilden Bettgeschichten nach. Die Mutter hat diverse Bettgeschichten mit der männliches Bevölkerung der Ortschaft u. a. auch mit dem Senior der Rouillards. Gemeinhin sind die Devlins kein sonderliches Ansehen in der Gemeinde und sind eher geächtet als geachtet.
Doch es gibt auch noch Faith. Sie hingegen ist das "schwarze Schaf" der Familie. Sie ist jene, die eher liest, in der Schule aufpasst, den Haushalt führt und sich um ihren kleinen kranken Bruder kümmert.

Alles nimmt seinen Anfang vor guten 12 Jahren. Als plötzlich Faiths Mutter und Rouillard Senior vermeintlich durchbrennen und daraufhin Gray die Devlins von seinem Grundstück jagd. Doch Jahre später erfährt Faith, dass ihre Mutter gar nicht durchgebrannt ist, sondern alleine zu ihrer Mutter abgehauen ist. Wo also ist Rouillard Senior? Im Glauben, dass er wohl zurückgekehrt sein muss reist sie zurück in ihre alte Heimat, um festzustellen, dass er seit 12 Jahren verschwunden ist. Alle denken, dass er mit ihrer Mutter durchgebrannt sei. Was er aber nicht ist. Somit zettelt Faith Nachforschungen an und weckt damit schlafende Hunde, alte Gerüchte und schürrt den Unmut und Hass der Rouillards. Doch auch eine finstere Gestalt tritt auf den Plan, die Faith nach dem Leben zu trachten beginnt.

Was also ist in jener Nacht vor 12 Jahren geschehen und welche Schatten wirft diese Nacht noch auf die Gegenwart?

Alles in allem ein recht unterhaltsamer Roman, der in seinem Fokus die alte Familien-Fehde hat, und den Fluch der Gerüchteküche einer Kleinstadt. In gewissen Aspekten hat es ein bisschen was von Romeo und Julia, da es ja auch hier verbotene Gefühle zwischen Angehörigen der jeweils anderen Familie gibt
Man darf bei der Lektüre nicht vergessen, dass dieser Roman in den frühen 90ern erschien und somit auch die damalige "Weltanschauung" und Gesellschaft als auch Technik anders war als heute.

Ich gebe diesem Buch 4,5 von 5 Sternen.

PS: Mit der Namenswahl für die deutschen Übersetzungen hat sich der Verlag keinen sonderlichen Gefallen getan, da es bei vielen eher den Gedanken "Groschenroman" weckt und abschreckt statt zu locken.

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