Gast-Rezension: Die Reise des Karneolvogels – Der Wanderzirkus von Jeanette Lagall

















Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; 
Auflage: 2 (22. November 2015)
ISBN-10: 1519250592
ISBN-13: 978-1519250599


Klappentext:

Flucht war nicht der letzte Ausweg. Es war der einzige. Um der arrangierten Hochzeit zu entgehen, verkleiden sich die beiden ‘höheren Töchter‘ Riki und Myra als Knaben und schließen sich einem Wanderzirkus an. Dank ihrer neuen Identität entkommen sie zwar den Fesseln der viktorianischen Gesellschaft, doch die Welt der Gaukler ist nicht nur bunter, sondern auch gefährlicher als erwartet. Der Karneolvogel, ein mächtiges Artefakt der Gaukler, ist verschwunden und sein Hüter Ramiro schwebt in Lebensgefahr, wenn es nicht bis zur großen Versammlung wieder auftaucht. Dass nun auch noch die Liebe ihre kapriziösen Finger ins Spiel bringt, verschärft die Situation zusätzlich - denn was würden die Zirkusleute tun, wenn die Lüge der beiden ’Knaben' ans Licht kommt? Das Geheimnis muss also um jeden Preis gewahrt bleiben. Aber wie, wenn ausgerechnet derjenige Gefühle für Riki entwickelt, der sich selbst niemals eingestehen könnte, einen Jüngling zu lieben - und für den Liebe und Verrat ohnehin Hand in Hand gehen. Während die Gaukler den Spuren des Artefaktes folgen und sich herauskristallisiert, dass womöglich ein Verräter unter ihnen ist, setzen die Familien der Mädchen alles daran, die Ausreißerinnen zu finden, und bringen damit den ganzen Wanderzirkus in Gefahr ...

Meine Beurteilung:

Bereits der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht, denn Zirkus in seiner Ur-Form hat mich immer fasziniert. Auch das Cover, welches die Hauptprotagonistin Riki sowohl als »höhere Tochter« wie auch als »Bursche« zeigt, finde ich sehr gelungen. Des Weiteren war mir der Freiheitsdrang der jungen Mädchen, die die Hauptrollen in Jeanette Lagalls Erzählung spielen, schon beim Lesen der Produktbeschreibung so vertraut, so nachvollziehbar.

Lange planen sie ihre Flucht aus dem Pensionat, treffen Vorbereitungen. Als dann eine Gauklertruppe im nahegelegenen Dorf eine Vorstellung gibt, sehen sie ihre Chance – sich dieser als Jungen verkleidet anzuschließen, um den konventionellen Banden zu entfliehen. Schnell müssen sie indessen erkennen, dass auch das »freie Leben« seinen Preis fordert. Jedoch gehen Riki und Myra trotz der sich ihnen offenbarenden Widerstände ihren Weg, tauchen ein in eine vollkommen andere Welt, erstreiten sich mit Charme, Witz und ehrlicher Arbeit »ihren« Platz in dem kleinen Gauklertrupp.

In Dolores, die wohl von ihrer ersten Begegnung an weiß, dass die beiden »Jungen« nicht das sind, was sie zu sein vorgeben, finden sie von Anfang an eine warmherzige Fürsprecherin, ebenso wie in Urs, dem Clown mit dem Schweizer Dialekt.

Als auch noch die Gefühle der jungen Mädchen verrückt zu spielen beginnen, wird es für sie umso schwerer, ihre vorgebliche Identität aufrecht zu halten.

Mich hat der Schreibstil der Autorin von der ersten Seite an begeistert, in die Geschichte gezogen, mich mitfiebern, mitleiden, die Stationen der Protagonisten mitgehen lassen.

Meiner Meinung nach ist das Buch absolut lesenswert, und ich warte sehnsüchtig darauf, wie die Geschichte weitergeht.

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