Mittwoch, 28. Juni 2017

Gast-Rezension: Mehr als Freundschaft? von Sandra Grauer











Taschenbuch: 278 Seiten 
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (13. September 2014) 
ISBN-10: 1502355515 
ISBN-13: 978-1502355515


Klappentext:

Wie weit würdest du für die Liebe gehen? Was, wenn du dich in deine beste Freundin verliebst, sie aber schon vergeben ist? Wenn sie auf cool, sexy und durchtrainiert steht, du aber ziemlich genau das Gegenteil bist? Wenn sie alles ist, was du hast? Wenn du alles verlieren könntest? Was würdest du tun? Leon geht volles Risiko und setzt dabei nicht nur sein Herz aufs Spiel. Noch während er versucht, Mia für sich zu gewinnen, beginnen die Dinge aus dem Ruder zu laufen.

Meine Meinung:

Der Klappentext lässt vermuten, dass es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt, was im Grunde genommen auch stimmt. Die Ausdrucksweise innerhalb der Dialoge sowie in den Tagebuch-Auszügen weist deutlich auf die Altersspanne »älterer Jugendlicher« sowie »junger Erwachsener« hin.

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der ein Ereignis vorausnimmt, auf das man während des Lesens lange warten muss, denn erst die etwa letzten 20 Seiten binden die Handlung (endlich) an diesen an.

Die Geschichte ist einerseits rückblickend in der Ich-Erzählform aus Mias Sicht, andererseits in der Erzählerform aus Leons Sicht geschrieben.

Anfangs hat mich das ein wenig gestört, aber je weiter ich im Textfluss kam, desto nebensächlicher wurde das für mich.

Insgesamt wird anhand weniger namentlich genannter Protagonisten der ganz normale »Beziehungs-Stress« pubertierender junger Leute geschildert, wobei es einer Gruppe mehr oder weniger um das »Spaß haben, rumknutschen, den anderen ins Bett bekommen« geht, während die kleinere Gruppierung um Leon mehr als eine oberflächliche sexuelle Beziehung anstrebt und auf Werte wie »für einander da sein, einander offen zu begegnen, ehrlich zueinander sein« setzt. Somit prallen immer wieder vollkommen unterschiedliche Ansichten aufeinander.

Wenngleich ich denke, man hätte die Geschichte an einigen Stellen kürzen können (mir waren es zum Teil einfach zu viele »Gefühlswiederholungen«), macht sie durch ihre Ausführlichkeit Leons Entwicklung verständlich.

Ich fand die Charaktere gut herausgearbeitet und die Reaktionen der meisten auch gut nachvollziehbar. Wer selbst mit Jugendlichen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten zu tun hat weiß, dass das geschilderte Verhalten weiß Gott NICHT an den Haaren herbeigezogen ist.

Beeindruckend war für mich die Offenheit zwischen Pitt, Mia und Leon, die das Besondere ihrer Freundschaft unterstrich.

Sehr traurig gestimmt hat mich, dass Leons Probleme außer seinen Freunden und seiner Oma offensichtlich keinen anderen Erwachsenen interessierten. Weder seine Mutter noch Lehrer versuchten, »wirklich an ihn heran zu kommen«.

Besonders am Ende fand ich es bezeichnend, wie »die Öffentlichkeit« wieder einmal mit vollkommen falschen »Wahrheiten« von der tatsächlichen Problematik Leons abgelenkt wird.

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