Samstag, 22. Juli 2017

Rezension: Gloria und die Londoner Liebschaften von Marlene Klaus


(c) Dryas Verlag








Taschenbuch: 276 Seiten
Verlag: Dryas Verlag 
Auflage: Taschenbuchausgabe. (20. Februar 2017)
ISBN-10: 3940855715
ISBN-13: 978-3940855718



Klappentext:

London 1889: Lady Gloria Wingfields Projekt eines Frauenbildungsvereins nimmt Formen an. Doch am Eröffnungsabend geschieht während der Feierlichkeiten ein Mord. Das sorgt einerseits für Aufmerksamkeit für den Verein, andererseits aber für jede Menge Ärger. Zusammen mit dem Journalisten Morris beginnt Gloria, Nachforschungen anzustellen. Was ihrem Freund Lord Lyndon gar nicht gefällt. Wie sich herausstellt, hat er seine Gründe.

Beurteilung:

Dies ist mein erstes Buch dieser Art und dieser Autorin. Okay, zu meinem Leidwesen muss ich gestehen, dass es einer ganzen Serie entstammt und der 3. Teil ist. Aber die Fälle selbst sind in sich abgeschlossen, lediglich die Beziehung der Hauptfiguren (Lady Gloria Wingfields und Lord Alexander Lyndon) entwickeln sich von Band zu Band.

Wenn man das Buch unter historischen Aspekten betrachtet, dann ist es sehr gut. Sehr gut recherchiert und anschaulich beschrieben, was mich aber auch mehr als nur einmal zu Tante Google trieb, weil ich mir unter Begriffen wie Velo, Canotier und anderes nichts vorstellen konnte. 

Marlene Klaus beschreibt die Kleidung der Menschen sehr detailreich und geht auch auf Modeerscheinungen wie Radfahren ein und befasst sich - entsprechend der gewählten Zeit - auch sehr ausführlich mit den Entwicklungen in der Gesellschaft im allgemeinen. Angefangen bei Bildung für Frauen, neue Berufszweige für Frauen, Wahlrecht für Frauen etc etc. Auch zeigt sie auf, dass die Presse und der Journalismus zu jener Zeit immer mehr an Bedeutung gewannen.

Auch führt sie zahlreiche historische Figuren auf, die es wahrhaftig gab...Oscar Wilde, Mrs Florence Fenwick Miller und viele andere. Faktisch füllt man mit den in der Handlung auftauchenden relevanten Figuren mehrere Seiten und die ganze Informationsflut über die verschiedenen Menschen, hat mein Hirn ehrlich gesagt überfordert. Irgendwann habe ich nur noch auf Durchzug geschaltet.

Über all das, Gesellschaft, Mode, Trends, Presse, Frauenbewegung und und und geriet der Mord, um den es doch eigentlich gehen sollte, irgendwie in den Hintergrund. Wurde kläglich vernachlässigt und dem Leser auf den letzten 40 Seiten von jetzt auf gleich ein Mörder aus dem vermeintlichen Nichts kredenzt.
Wirklich Schade.

Alles in allem ein wirklich informatives Buch, das aber irgendwie zu viel will und das eigentliche Ziel aus den Augen verliert. 

Daher gibt es von mir hier nur 3 von 5 Sternchen.

#43/2017

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